Seit Jahrhunderten wurden die Toten von Oerlinghausen und den zugehörigen umliegenden Bauerschaften auf dem Kirchhof rund um die Alexanderkirche in Oerlinghausen bestattet.
Im Laufe der Zeit war der Kirchhof in so einem schlechten Zustand, dass er nicht mehr eines christlichen Totenackers würdig war. Die vielen über ihn führenden, mit Steinen überhäuften Wege, der Unrat, der aus den angrenzenden Häusern und Gärten auf ihm entsorgt wurde, und das stete Weiden des Viehs machte ihn unwürdig.
Ein öffentlicher Skandal war, dass die Gräber teilweise schon nach einigen Jahren wieder geöffnet wurden und die noch nicht verwesten Leichname auf dem Kirchhof hin und her verlegt wurden.
Ab 1835 war man bemüht, diesen Zustand zu ändern. Aber erst nach fast 20jähriger Planung konnte der mit großen Hindernissen im Dezember 1854 neu angelegte evangelisch reformierte Friedhof von dem Superintendenten Wilhelm Weerth eingeweiht werden.
Der neue Friedhof wurde an der "Bielefelder Chaussee", der heutigen Rathausstraße, angelegt. Schon 1886 war der Friedhof wieder zu klein, so dass zur Vergrößerung Land angekauft wurde. Die nächste Erweiterung fand 1950 statt.

