In der überschaubaren Größe der lippischen Residenzstadt liegt die Chance, exemplarisch zu zeigen, welchen sozialen Milieus jene Familien angehörten, die die koloniale Expansion im Kaiserreich durch personellen oder finanziellen Einsatz trugen und wie sie untereinander agierten. Aus der Detmolder Oberschicht lassen sich Verbindungen zu allen deutschen Kolonien nachweisen, so beispielsweise der Familien Zintgraff, Kirchhof, von Rodewald, von Werthern und von Issendorff.
Dr. Bärbel Sunderbrink verbindet die Detmolder Lokalgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit der Globalgeschichte und zeigt anhand ausgewählter Beispiele, welchen exklusiven Charakter das koloniale Netzwerk der Residenzstadt aufwies.

